Die richtige Ausrüstung für eine mehrtägige oder im Falle des Jakobsweges mehrwöchige Wanderung ist ein wichtiges Thema. Hierbei ist es im Prinzip egal, wie lange man unterwegs ist. Die Menge der Ausrüstung ändert sich nur wenig.

Wichtig ist, für jedes Wetter in der jeweiligen Jahreszeit gerüstet zur sein. Die meisten Pilger begehen ihren Weg im Mai/Juni oder September/Oktober. Es kann also nachts schon relativ kühl und tagsüber noch relativ warm werden. Hinzu kommt die Nässe. Unsere Empfehlung für eine nützliche Wanderausrüstung beschreiben wir in 6 Teilen:

  1. Was nehme ich mit?
  2. Was ist mit Hygiene?
  3. Wie versorge ich meine Blasen?
  4. Was esse und trinke ich?
  5. Was trage ich am Körper?
  6. Wie packe ich meinen Rucksack?

Wenn man erst einmal in Spanien ist benötigt man kein Zelt mehr. Da ich aber von München aus nach Santiago de Compostela pilgern möchte, und das mit möglichst wenig Geld, beinhaltet meine Ausrüstungsliste auch alles, was man zu Übernachten im Zelt benötigt. Wer Pensionen und Hotels bevorzugt, kann diese Dinge natürlich gerne zu Hause lassen.

Als Faustregel gilt: Man sollte ungefähr 10% seines Körpergewichts auf dem Rücken tagen. Hier wird alles eingerechnet. Auch Wasser und Verpflegung. Wenn man mit Zelt unterwegs ist, ist das fast nicht zu schaffen. Dennoch sollte man sich an dieser Faustregel orientieren.

Was packe ich in den Rucksack?

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Trinkblase oder Wasserflasche

Etwa 1 bis 2 Liter reichen für den Jakobsweg. Es gibt ausreichend Gelegenheiten, seinen Wasservorrat aufzufüllen. Man ist ja nicht in der Wildnis unterwegs. 

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Verbandtasche

Passieren kann immer etwas. Blasen an den Füßen, kleinere Schnittverletzungen, Splitter etc. können gerade bei Mehrtagestouren schnell auftreten. Aber auch Krankheiten wie Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen etc. sind möglich. Was ich im Detail empfehle, in diese Tasche zu packen, zeige ich euch im 3. Teil.

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Kulturbeutel

Körperhygiene gehört bei langen und anstrengenden Wanderungen einfach dazu. Man will ja nicht stinken wie ein Iltis, wenn man in Herbergen oder Cafés auf andere Menschen trifft. Tipps für das Nötigste erhaltet ihr im 2. Teil.

4 Handwaschmittel Die Wunderwaffe gegen viel Gepäck heißt "Wäsche waschen".
5 Sonnencreme Genau so wichtig, wie Sonnenhut oder Sonnenbrille. Der UV-Schutz der Creme sollte auf den deinen Hauttyp abgestimmt sein. Ich empfehle mind. 30, besser noch 50.
6 Hirschtalg Diese Creme für die Füße sollte man genau wie Sonnencreme immer griffbereit haben. Sie reduziert Blasenbildung und pflegt die geschundenen Füße. 
7 Lippenpflege Hilft gegen trockene Lippen. Ein leichter Sonnenschutz ist empfehlenswert.
8 Pferdesalbe Eine kühlende Salbe, die bei leichten Verstauchungen oder muskulären Schmerzen hilft. Die kleinste Tube enthält 100 ml. 
9 Sonnenbrille Eine passende Brille (ggfls. mit Sehstärke) gehört genau wie eine Kopfbedeckung oder Sonnencreme zum Schutz gegen UV-Strahlung griffbereit in den Rucksack.
10 Funktions-Shirt (kurz) Ein T-Shirt mit kurzen Armen zum Wechseln. Ich empfehle Funktionsbekleidung, da diese schneller trocknet als normale Baumwoll-T-Shirts.
11 Funktions-Shirt (lang) Sollte es etwas kühler werden, hat man ein langärmliges Shirt dabei. Auch wenn die Unterarme einen leichten Sonnenbrand haben, kann man sich mit langen Armen vor zusätzlicher Sonneneinstrahlung schützen.
12 Regenhose Ich persönlich bevorzuge eine Kombination aus Regenhose und Regenjacke. So ist man flexibler, was Belüftung und Stärke des Regens angeht. Natürlich kann man auch einen Poncho bei Regen tragen. Hier sollte man dann einen so großen nehmen, dass er über den Rucksack passt.
13 Regenjacke Sowohl die Regenjacke als auch die -hose sollten atmungsaktiv sein, damit man durch die Anstrengung und den Schweiß innen doch so nass wird wie außen. Außerdem sind Lüftungsschlitze unter den Achseln und an den Oberschenkeln sehr zu empfehlen.
14 Wandersocken Bei Socken sollte man sich auch für Wander- oder Trekkingsocken entscheiden. Sie bieten eine gute Polsterung an den wichtigsten Stellen und trocknen auch durch ihren Materialmix sehr schnell. Ich empfehle zwei Paar Socken im Rucksack zu haben. So kann man zwischendurch, wenn man merkt, dass man feuchte Füße bekommt, ein trockenes Paar anziehen. Das reduziert die Blasenbildung.
15 Unterhosen Ein bis zwei Funktionsunterhosen mit leichtem Beinansatz sollten ausreichen. So kann man nach dem Duschen in der Herberge eine frische anziehen, die getragene Unterhose waschen und trocknen lassen und hat optional noch eine zum Wechseln dabei. Ich bevorzuge den leichten Beinansatz, wie bei Boxershorts, denn bei Slips ist die Gefahr etwas größer, dass man sich einen Wolf läuft.
16 Pilgerausweis Ein Muss auf dem Jakobsweg! Nicht nur wegen der vielen schönen Stempel, sondern erstens zum Nachweis, dass man die geforderte Strecke zurückgelegt hat, um die Pilgerurkunde zu erhalten und zweitens als Legitimation, Pilgerherbergen nutzen zu dürfen.
17 Wanderführer Eine gute Wegbeschreibung, hilfreiche Informationen und Tipps für den aktuellen Weg sollte man auch dabei haben. Auch wenn der Jakobsweg eigentlich recht gut und durchgängig ausgeschildert ist.
18 Wandertagebuch Es passiert viel auf dem Weg. Man trifft interessante Menschen, man hat spannende Erlebnisse oder bemerkt Kleinigkeiten am Weg. All das in einem Notizbuch festzuhalten, erhält noch lange nach der Reise die Erinnerungen auch an Details wach, die sonst verloren gingen.
19 Trinkbecher Immer wieder kommt man Brunnen vorbei, wo man sich gerne schnell mit frischem Wasser oder sogar Wein erfrischen möchte. Da ist ein griffbereiter Becher sehr nützlich.
20 Stirnlampe Ein Muss – auch wenn man nicht mit Zelt unterwegs ist. Man hat die Hände frei fürs Wesentliche und genug Licht, um in den frühen Morgenstunden zu starten oder nachts etwas aus dem Rucksack zu kramen.
21 Powerbank (Luxus) Wenn man ein Handy zum Musik hören und/oder eine Fitnessuhr zum Tracken der Strecke verwendet, reicht der Akku in der Regel nicht bis zur nächsten Herberge. Mit einer Powerbank kann man die Laufzeit der Geräte etwas verlängern.
22 Selfiestick (Luxus) Das kann jeder selber entscheiden, ob er einen mitnimmt oder nicht. Natürlich sind das unnötige Gramm, die man locker einsparen könnte. Aber hilfreich ist er schon – manchmal.
23 Bade- oder Sportshorts Zum Duschen oder für einen Sprung ins kühle Nass zwischendurch sehr nützlich. Durch die eingenähte Netzinnenhose, kann man sie auch mal ohne Unterhose als normale Shorts beim Wandern tragen, oder als Schlafhose im Schlafsack nutzen. So eine Shorts ist sehr vielfältig einsetzbar und trocknet schnell.
24 Baumwollshirt Ein Baumwoll-T-Shirt nutze ich in der Herberge. Es ist angenehmer auf der Haut beim Schlafen und kann aber auch Abends beim Gläschen Wein getragen werden.
25 Sandalen Am Abend ist man froh, wenn man die Wanderschuhe ausziehen kann. Hier bieten sich alle Formen von Schlappen, Flipflops oder Sandalen an, um Luft an die Füße zu lassen. Ich bevorzuge leichte Sandalen, weil ich die auch zum Wandern oder in der Stadt tragen kann, und auch Socken überziehen kann, wenn es am Abend auf der Terrasse etwas kühler wird.
26 Mikrofaser-Handtuch Im Gegensatz zum normalen Frottier-Handtuch trocknet ein Mikrofaser-Handtuch schneller und ist auch im nassen Zustand leichter. Und wie bei jedem Ausrüstungsgegenstand ist das oberste Gebot – Es muss leicht sein und es muss schnell trocknen.
27 Buff (Schlauchschal) Ein vielseitig einsetzbarer und nützlicher Begleiter. Ob als Schal, Kopfbedeckung, Stirnband, Sturmmaske, Haargummi oder was man noch daraus herstellen kann. Vielseitigkeit ist fast so wichtig wie Gewicht und Trocknung.
28 Handschuhe Leichte Handschuhe können hilfreich sein, wenn man mit Trekking- oder Wanderstöcken unterwegs ist. An den Händen können dadurch auch Blasen entstehen, was gerne vergessen wird. Außerdem vermeiden sie kalte Finger, wenn es mal nass und windig sein sollte.
29 Taschenmesser Ein Taschenmesser sollte man immer dabei haben. Es kann neben der Eigenschaft als Messer auch immer ein nützliches Tool sein, um z.B. eine Konservendose oder eine Flasche zu öffnen.
30 Wäscheklammern Immer wieder muss man seine Wäsche waschen. Mit den Klammern kann man die dann entweder in Herbergen an eine Wäscheleine oder auch am Rucksack zum Trocken aufhängen.
31 Regenschirm Völlig unnötig, wenn man sich für einen Poncho entscheidet. Ich empfehle ihn trotzdem, weil es die Flexibilität enorm erhöht. Öfter als man denkt kommt es vor, dass es zu leicht regnet, um sich die Regenklamotten anzuziehen, aber zu stark, um es nicht zu tun. Oder, dass es trotz Regen zu warm ist. Hier hilft ein kurzer Griff nach hinten an die Seite des Rucksacks, um den Schirm herauszuziehen, und man ist geschützt. Man muss nichtmal seinen Laufrhythmus unterbrechen.
32 Zelt (optional) Ein ultraleichtes Ein-Mann-Zelt für die Übernachtung auf Campingplätzen. Bitte beachtet, dass wild Zelten in Europa überwiegend verboten ist. Es gibt aber dennoch ein paar Ausnahmen oder private Möglichkeiten, sein Zelt für eine Nacht aufzuschlagen. Aber bitte – fragt um Erlaubnis!
33 Isomatte (optional) Eine Isomatte sollte klein, leicht und dennoch bequem sein. Ich habe mich für eine selbstaufblasbare Ultraleichtmatte mit keinem Packmaß entschieden.
34 Schlafsack Als Schlafsack empfehle ich einen dünnen Sommerschlafsack. Diese sind aufgrund ihrer geringeren Wattierung sehr klein und leicht. Wenn man zu einer Jahreszeit unterwegs ist, in der es auch nachts nicht kälter als 10 °C wird, ist so ein Schlafsack auch für eine Nacht im Zelt absolut ausreichend. Und denkt daran; in den Herbergen mit vielen Betten in einem Raum, ist es warm. Da könnt ihr froh sein, wenn ihr keinen dicken Schlafsack mit euch herumtragt.

 

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