In unserem 4. Teil unseres Ausrüstungs-Checks für den Jakobsweg möchte ich auf die Frage eines Lesers eingehen: "Was esse und trinke ich auf dem Camino?" Da wir uns auf dem Jakobsweg nicht

in der Wildnis befinden, und es viele Ortschaften gibt, in denen wir unsere Vorräte auffüllen können, benötigt ihr nicht viel. Um Gewicht zu sparen empfehle ich euch, nur das mitzunehmen, was ihr am gleichen Tag verbraucht. Am Ziel könnt ihr dann wieder für die nächste Etappe einkaufen. Beachtet aber die Ladenöffnungszeiten und die Sonn- und Feiertage!

Ich möchte euch hier keine "Packliste" im klassischen Sinne liefern, sondern nur darauf hinweisen, was ihr beachten solltet: Eine lange Wanderung strengt an und benötigt sehr viel Energie. Deshalb ist es wichtig, ausreichend Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette zu euch zu nehmen. Auch Vitamine sind wichtig, damit ihr bei jedem Wetter fit seid und gesund bleibt.

Was esse ich auf dem Camino?

Ich bin ein Freund von Energieriegeln oder Gels. Diese sind leicht und enthalten alles Wichtige, was der Körper bei hoher Belastung benötigt. Aber auch Nüsse, Bananen, Traubenzucker, Schokolade oder rohes Gemüse sind sehr gute Energiespender. Eine klassische gute Brotzeit mit Wurst, Speck und Käse liefert Kohlenhydrate und Fette.

Da wir uns, wie gesagt, nicht in der Wildnis befinden, nehmt nur für einen halben oder einen Tag zu Essen in Snackform mit. So habt ihr für Zwischendurch immer etwas griffbereit, wenn die Kraft mal etwas nachlässt. Als Mittagspause empfehle ich, eine länger Pause zu machen, in der ihr euch eine Brotzeit gönnt. Esst aber nicht zu viel, damit ihr nicht zu müde werdet. Solltet ihr euch für Riegel und Gels entscheiden, probiert diese vorher auf Testwanderungen aus, ob und welche ihr vertragt. Durchfall oder Bauchschmerzen auf dem Weg wären nicht schön. Testwanderungen von ein bis zwei Tagesetappen können euch auch helfen, herauszufinden, wieviel Essen ihr benötigt. Denn Hunger solltet ihr keinen bekommen! Auch wenn man im Allgemeinen sagt, abends auf Kohlenhydrate zu verzichten, um nicht zuzunehmen, sollte man das hier vergessen. Ich kenne keinen, der auf dem Jakobsweg zugenommen hat. An eurem Zielort solltet ihr deshalb eine ausgiebige und warme Mahlzeit zu euch nehmen, um eure Energiespeicher wieder aufzufüllen. Diese sollten vor allem eiweißhaltig sein, denn Eiweiß hilft dem Körper bei der Regeneration.

Was trinke ich auf dem Camino?

Kurz gesagt – Wasser! Ihr solltet darauf achten, während ihr lauft nie Durst zu bekommen. Wenn der Körper sich meldet, dass er Durst hat, ist es fast schon zu spät. Aus diesem Grund bin ich ein großer Befürworter von Trinkschläuchen. Sie mögen zwar teilweise nach Plastik schmecken, aber sie stören den Laufrhythmus nicht. So kann man ohne Stopp seinen Mund feucht halten, und dem Durstgefühl entgegen wirken. Für die größeren Pausen kann man auf eine Flasche zurückgreifen. Das hat auch den Vorteil, dass man auch mal etwas mit Geschmack, wie leicht gezuckerter Tee, isotonische Getränke oder auch Limo oder Cola, zu sich nehmen kann. Zucker bringt schnell Energie zurück, hält aber nicht lange an.

Unsere Empfehlung für eine nützliche Wanderausrüstung beschreiben wir in 6 Teilen:

  1. Was nehme ich mit?
  2. Was ist mit Hygiene?
  3. Wie versorge ich meine Blasen?
  4. Was esse und trinke ich?
  5. Was trage ich am Körper?
  6. Wie packe ich meinen Rucksack?

Wer liefert was?

1

Kohlenhydrate

Müsli ohne Zucker, Vollkornbrot, Knäckebrot (ballaststoffreich), Pumpernickel, Vollkornnudeln, Reis, Milch/Sojamilch, Nüsse und Samen, Salate und Gemüse, Joghurt, Quark, Käse, Tomaten- und Gemüsesaft, Grapefruitsaft, Apfelschorle, Äpfel, Birnen, Beeren, Kiwi, Orangen, Aprikosen, Trauben

2

Eiweiß

Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Kerne, Vollkorngetreide, Soja-Produkte

3

Fette

Zu den „guten“ Fetten gehören Fischöl sowie pflanzliche Öle aus Raps, Oliven, Leinsamen, Algen oder Echium. Denn alle diese Öle enthalten einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren oder sind reich an Ölsäure. In tierischen Fetten, aber auch im Öl von Sonnenblumen oder Mais überwiegen dagegen die Omega-6-Fettsäuren.

4

Vitamine

Vitamin C ist für die körpereigene Abwehr sehr wichtig und hilft auch bei der Wundheilung. Außerdem ist es relevant für Knochen, Knorpel, Zähne und Bindegewebe. Wer ausreichend Vitamin C zu sich nehmen will, der sollte Zitrusfrüchte, Sanddorn, Beeren, Paprika und Hagebutte essen. Außerdem kann man sich durch Fenchel, Kartoffeln, Kohl, Spinat und Tomaten mit Vitamin C versorgen.

Vitamin D ist besonders für unsere Knochen und Muskeln wichtig. Es ist vor allem in fettreichen Fischarten, wie Hering und Makrele, enthalten. Also dürfen Sie ruhig öfter Fisch essen. Denn wer an einem Vitamin-D-Mangel leidet, ist anfälliger für Knochenbrüche. 

Vitamin E dient der Erhaltung und Funktionsfähigkeit der Zellen, denn es schützt vor freien Radikalen und Arterienverkalkungen. Das Vitamin steckt vor allem in Pflanzenölen, vor allem in Weizenkeim-, Maiskeim- und Sonnenblumenöl. Außerdem findet es sich in Soja, Mais, Nüssen, Mandeln, Vollkornprodukten und Eiern. Auch Avocados enthalten viel Vitamin E.

Vitamin K ist wichtig für die Regulierung der Blutgerinnung und ist in Hühnerfleisch, Milch, Eiern, Spinat, Kohl, Kopfsalat, aber auch in Brokkoli, Kartoffeln und Sauerkraut und Vollkornprodukten enthalten.

Biotin (Vitamin H) hat Einfluss auf Haut, Haare und Nägel. Es steckt besonders in Sojabohnen, Tomaten, Spinat, Kartoffeln, Fisch, Champignons und Linsen. Aber auch Bananen und Haferflocken enthalten Biotin.

 

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